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“Tweetklau”

February 21, 2013

Ein immer häufiger aufkommendes und sehr intensives Streitthema auf twitter ist der Tweetklau.

Tweetklau existiert nicht.

Es ist ein Phantomwort. Als ich diesen Begriff das erste mal hörte, musste ich sofort an Reinhold Messner und den Yeti denken.

Nach allen Definitionen (es werden einige angeführt) existiert der “Tweetklau” nicht.

Wer sich auf twitter in einem offenen Profil bewegt, stellt alles was in diesem Account stattfindet der Weltöffentlichkeit zur freien Verfügung. Dem wurde vorher mit dem Klick im kleinen Kästchen der AGB zugestimmt.

Meine Lieblingsreaktion auf dieses Thema ist immer: “Mir sind mehr tweets geklaut worden als viele andere überhaupt geschrieben haben.” Das ist ein schlichter Fakt.

Wörter wie “Gedankenklau”, “Ideenklau” oder “Raub von geistigem Eigentum” sind mehr der Wunsch den roten Lutscher in der Tüte mit gelben Lutschern zu ergattern. Gedanken SIND Allgemeingut.

Lese ich tweets die eindeutig von mir sind, was bei meiner hohen twitter Aktivität sehr häufig vorkommt, schiesst ein kurzes, ehrliches Lächeln in mein Gesicht, weil mir mitgeteilt wird, dass mein tweet SO gut ist, dass er kopiert wurde, um sich damit zu profilieren. Ein tolles Kompliment finde ich. I.a.R. favorisiere ich den tweet dann auch und schmunzel innerlich über die Überraschung die das beim “Kopierer” auslöst.

Als dieses Thema in meiner TL neulich kurz vor dem Siedepunkt stand, habe ich getwittert: “Wer sich über “tweetklau” aufregt war noch nie richtig krank.” Die Resonanz gab mir Recht.

Gefühlt sind es sehr junge twitterer oder twitterer die sich traurigerweise über tweets oder Ihren Account definieren, die den Tweetklau in den Türrahmen hängen.  Hier sollte ausgebildetes Fachpersonal die Psyche untersuchen dürfen.

Einige Beispiele: “Happy Birthday” “Frohe Weihnachten” “Endlich Freitag” “Guten Morgen TL” “BvB 1:0” Ein Witz, Sprüche, Zitate, Aktuelles, Weblinks, Photos.

Ich denke hier spiegelt sich sehr gut wieder was KEIN Tweetklau sein kann. Wie will man da unterscheiden ? Können 2 Menschen NICHT den exakt gleichen Gedanken haben und ihn zu Papier bringen ? Wer masst sich an hier zu Urteilen ?

Hier wird der Vorwurf ad absurdum geführt und es wird deutlich wie bodenlos der Vorwurf des Tweetklaus ist. Wir leben alle mehr oder weniger in der gleichen Gesellschaft, haben ähliche Eindrücke vom Alltag, Eindrücke vielschichtiger, medialer Einflüsse die dann oft ähnliche tweets mit sich bringen.

Ein tweet der mir geklaut wurde hat nunmehr auf favstar. de doppelt so viele Favorisierungen erhalten wie mein Original. Selbst hier kann ich nicht anders als amüsiert lachen.

Ich könnte gefühlt endlose weitere Beispiele bringen die deutlich machen, dass man twitter mit einem grossen Schuss Gelassenheit nehmen sollte. Oder verdient jemand sein Brot mit tweets schreiben ? Und wird ihm/ihr dann DAS geklaut ?

Meine “Feuertaufe” in Sachen Tweetklau war der Tag, an dem ich einen Witz von einer Witzeseite bei twitter veröffentlicht habe. Es stellte sich heraus, dass dieser (dann tweet) bereits 2 mal existierte. Der angebliche Urheberaccount startete zusammen mit einer gefühlten Armee auf breiter Front eine Art Shitstorm gegen mich.

Durch kurzes recherchieren stellte ich schnell fest, dass dieser tweet bereits 2 mal auf twitter existierte. Der zweite Account gab mir auf ehrliches, offenes Ansprechen  daraufhin zu verstehen, dass es ihn nicht die Bohne juckt, wenn sein tweet vervielfältigt würde, eine Einstellung also, wie ich sie teile.

Ob der Witz von Account 1, dem militanten, martialischen, haha..ist konnte mir dieser nicht schlüssig darlegen.

Mir fällt das Sprichwort mit den Hunden ein: ”Wer am lautesten bellt….” aber vorsicht, das könnte geklaut sein.

Vielleicht sollten die getroffenen künftig von Nessie, dem Yeti oder Bigfoot sprechen, wenn es um den ominösen Tweetklau geht, das nimmt der Sache etwas die Schärfe.

04. März 2013 -Schebacca

http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__242.html http://de.wikipedia.org/wiki/Diebstahl http://www.duden.de/rechtschreibung/Diebstahl

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From → twitter Themen

3 Comments
  1. egal permalink

    Gedanken sind Allgemeingut? Komische Argumentation.

  2. Es ist und bleibt eine ad absurdum geführte Diskussion, da stimme ich Dir voll und ganz zu.

    Wem gehört der im RL aufgeschnappte Witz, das Bonmot vom Mittagstisch, das dort zitierte Zitat ohne Quellenangabe? Und ist es bereits Diebstahl geistigen Eigentums, wenn man einen guten ‘Spruch’ oder Ähnliches anywhere aufschnappt & ihn twittert? Wohlgemerkt, ich spreche hierbei nicht vom gedruckten und mit Urheberangabe versehenen Text eines Dritten.

    Ich habe in meinem Blogpost “Diebstahl, Inszenierung und Authentizität auf Twitter” http://moltroff.wordpress.com/2013/01/09/diebstahl-inszenierung-und-authentizitat-auf-twitter/
    der sich mit dem gleichen Thema beschäftigt einmal die These aufgestellt, dass oftmals auch der Erstschreiber (ich verzichte ausdrücklich auf die Bezeichnung “Urheber”) den Einzeiler irgendwo gehört oder gelesen und nicht selbst erdacht hat.

    Wir werden das Thema und die differenten Meinungen und Reaktionen in Form von Shitstorm und Entfolgungen bis hin zu angedrohter Sippenhaft a la @Lassitudor http://moltroff.wordpress.com/2012/08/31/tweetklau-und-sippenhaft-die-lex-lummel/
    nicht lösen.

    Etwas weniger Hysterie wäre aber ein Anfang.
    .

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